Consol 4 / Musikprobenzentrum in Gelsenkirchen

Baujahr:                 2002/2005
Bauherr:                 Stadt Gelsenkirchen
Bausumme             ~3 Mio
Leistungsphase:    1-9 Lph

Der Stadtteil Gelsenkirchen- Bismarck, nördlich der Stadtmitte gelegen, blickt auf eine bewegte jüngere Vergangenheit zurück. Noch vor 150 Jahren gab es nur dörfliche Strukturen in Form sogenannter Braubauernschaften. Mit Beginn der Industrialisierung und dem Kohleabbau in Bismarck begann 1870 der Aufschwung der Region. Die Zechenanlage vergrößerte sich zusehends und durch Zusammenschluss mehrerer Abbaufelder entstand so die Consolidation Bismack – kurz: Consol, damals die größte Zeche im Ruhrgebiet. Neben den älteren Schächten 3 und 4 wurde 1915 mit dem Abtäufen des Schachtes 9 begonnen. Erweiterungen und Ausbauten folgten bis in die späten 70er Jahre, aber das größe Zechensterben machte 1994 auch vor Consol nicht mehr halt. Zurück blieb eine 27 ha große Industriebrache mit erhaltenswerten Zechengebäuden und ein Stadtteil mit verlorener Identität, ein Ort mit besonderem Erneuerungsbedarf. Die Umnutzung der ehemaligen Schachtanlage Consol 3/4 zum Musik- bzw. Rockprobenzentrum ist Inhalt dieses Projektes. Zentrales Thema ist die Wiederbelebung der Schachtanlage als Einheit. Turm und Maschinenhaus gehören zusammen und sollen auch funktional wieder verbunden werden. In die bestehende Fördermaschinenhalle werden 40 Proberäume, mit Abstand zur vorhanden Konstruktion, in massiver Bauweise eingesetzt. Das neue „Haus im Haus“ - System ist gänzlich von der Hülle entkoppelt. Die aus Schallschutzgründen fensterlosen Räume werden über eine Dachlüftungszentrale klimatisiert. Mit der Umsetzung der Planung in den Bestandsgebäuden auf Consol 3/4/9, Consol Theater, Musikprobenzentrum sowie Sicherung der Hängebank und Pförtnerhaus, soll zeitgleich die Gestaltung des Umfeldes erfolgen. Für die weitere Entwicklung des Gebietes ist es sinnvoll zur Adressenbildung den Bereich um das Musikprobenzentrum sowie dem Consol-Theater eindeutiger zusammenzufassen um die neugenutzten historischen Industriebauwerke in der Gesamtplanung deutlich zu positionieren. Die räumliche Ausformulierung eines Kulturdreiecks bildet den Auftakt der Gesamtanlage.

Tor5 Architekten, Ansicht, Bochum, Consol4